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75 Jahre Kita Parkweg: Bischofsheim blickt auf bewegte Geschichte und große Zukunftsaufgaben

Pressemitteilung der Gemeinde Bischofsheim

„Herzlichen Glückwunsch zum 75-jährigen Bestehen der Kita Parkweg. Die Kita Parkweg ist eine Kita, die Generationen von Bischofsheimer Kindern auf ihrem ersten Bildungs- und Lebensweg begleitet hat und bis heute ein wichtiger Bestandteil unseres Gemeindelebens ist“, gratulierte Bürgermeisterin Lisa Gößwein dem ältesten Kindergarten der Gemeinde Bischofsheim zum Jubiläum. Gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein (HGV) hatte die Gemeinde Bischofsheim zu einem Hintergrundgespräch anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Kita Parkweg eingeladen.

Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Geschichte, die Gegenwart sowie die zukünftige Entwicklung der Einrichtung. Besonderes Augenmerk galt dabei der Rolle des ersten Bischofsheimer Kindergartens nach dem Zweiten Weltkrieg und seiner Bedeutung für das Gemeindeleben bis heute.

An dem Gespräch nahmen unter anderem Bürgermeisterin Lisa Gößwein, Prof. Dr. Wolfgang Schneider vom Heimat- und Geschichtsverein, die Leiterin der Kita Parkweg Gabriele Birkheimer sowie der stellvertretende Leiter Andreas Unkart teil.

„Die Kinder von damals haben unser Gemeindeleben in Bischofsheim über Jahrzehnte gestaltet und geprägt. Die Kinder heute in der Kita Parkweg und in allen anderen Kindergärten der Gemeinde werden hoffentlich auch künftig unser Gemeindeleben prägen“, betonte Bürgermeisterin Gößwein. „Ihnen die bestmögliche Umgebung für ihre Entfaltung zu geben, liegt nicht nur im Interesse der Eltern, sondern im Interesse der gesamten Gemeinschaft.“

Prof. Dr. Wolfgang Schneider gab einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Kindergartens und ordnete diese in die Nachkriegsgeschichte Bischofsheims ein. So berichtete der damalige Lokal-Anzeiger über die Eröffnung des neuen Kindergartens am Parkweg am 1. Mai 1951 von einem „strahlenden Sonnenschein und einem Maientag, wie man sich ihn schöner kaum denken konnte“. Bürgermeister Karl Graf sprach damals von einem „sozialen Werk“ und betonte die Verantwortung gegenüber der heranwachsenden Generation in den schwierigen Jahren nach dem Krieg.

Auch persönliche Erinnerungen zeigen, wie sehr der Kindergarten das Leben vieler Bischofsheimer Familien geprägt hat. Zeitzeugin Rosemarie Spalteholz erinnert sich noch heute an ihre ersten Tage im Kindergarten bei „Schwester Käthe“, die mit strenger Hand den Alltag bestimmte. Gespielt wurde mit Bauklötzen und Knetmasse, gesungen, vorgelesen und draußen getobt. Rückblickend beschreibt sie den Kindergarten jener Zeit zwar als „mehr eine Aufbewahrungsanstalt“, verbindet mit den Jahren am Parkweg jedoch viele prägende Erinnerungen.

„Die Arbeit in den Kindertagesstätten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Während der Kindergarten früher vielfach vor allem der Betreuung diente, steht heute die frühkindliche Bildung im Mittelpunkt. Grundlage unserer Arbeit ist der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan, der Kinder individuell in ihrer Entwicklung begleitet und fördert. Gleichzeitig haben sich auch die Rahmenbedingungen verändert: längere Betreuungszeiten bis in den Nachmittag hinein, heterogene Gruppen, Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie die kulturelle Vielfalt in den Einrichtungen prägen heute unseren Alltag. Diese Multikulturalität erleben wir dabei als große Bereicherung für das gemeinsame Lernen und Zusammenleben“, erklärte Kita-Leiterin Gabriele Birkheimer.

Bürgermeisterin Lisa Gößwein betonte abschließend die hohe gesellschaftliche und politische Bedeutung der Kinderbetreuung: „Frühkindliche Bildung legt das Fundament für den weiteren Bildungsweg und eröffnet Chancen auf Integration und gesellschaftliche Teilhabe, etwa durch den frühen Spracherwerb. Eine verlässliche Kinderbetreuung ist heute zudem eine unverzichtbare Voraussetzung für die Erwerbstätigkeit vieler Familien, insbesondere von Frauen. Kindertagesstätten übernehmen darüber hinaus wichtige Aufgaben in der Sozialisation von Kindern, die früher häufig stärker im direkten nachbarschaftlichen Umfeld stattgefunden haben. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es eine ausreichende und nachhaltige Finanzierung durch Bund und Länder. Der hohe Bedarf an Betreuungsplätzen zeigt, wie wichtig dieses Angebot für unsere Gesellschaft ist und uns als Kommune ist es ein Anliegen diesen Bedarf vollständig zudecken.“