Leseempfehlungen für die Weihnachtszeit

Das Büchereiteam empfiehlt Bücher für die Weihnachtszeit.

Das Büchereiteam empfiehlt Bücher für die Weihnachtszeit.

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch eine besondere Zeit. Mit den folgenden Buchempfehlungen möchten das Team der Bücherei Ideen für eine passende Lektüre liefern, die in der Bücherei Bischofsheim ausgeliehen werden können.

Barbara Link empfiehlt den Roman „Königskinder" von Alex Capus. Die Rahmengeschichte beschreibt ein Paar, das nachts im Auto während eines Schneesturms steckenbleibt. Beim Warten auf den nächsten Morgen erzählt der Mann seiner Frau eine Liebesgeschichte, die sich vor Jahrhunderten am selben Ort zugetragen haben soll. Der arme Kuhhirte Jakob und die reiche Bauerntochter Marie trotzen allen Widrigkeiten, die ihrer Verbindung im Wege stehen. Die Zeit kurz vor der Französischen Revolution wird dabei lebendig. Ihr Fazit: „Dieser Roman hat mir beim Lesen und Hören viel Freude gemacht. Er ist phantasievoll und vielschichtig. Auch als Hörbuch, gelesen von Ulrich Noethen, eine klare Empfehlung!"

Monika Müller empfiehlt den Roman „Trümmerkind" von Mechthild Borrmann. Mechthild Borrmann verbindet in ihren Romanen gekonnt Vergangenheit und Gegenwart. Auch in „Trümmerkind“ verknüpft sie drei Zeitebenen, die zunächst nebeneinander herlaufen, nach und nach ineinandergreifen und am Ende das lange verborgene Geheimnis einer Familie enthüllen. 1945: Familie Anquist erlebt die Vertreibung durch die rote Armee von ihrem hochherrschaftlichen Hofgut in der Uckermark. 1947: Hamburg ist zerstört. Familie Dietz, die nur noch aus Mutter und zwei Kindern besteht, muss in der zerbombten Stadt überleben und sich ein neues Heim aufbauen. 1992: Anna Meerbaum, eine Lehrerin aus Köln reist in die Uckermark, um das alte Landgut der Familie zu besuchen und das seltsame Verhalten ihrer Mutter Clara zu verstehen. Diese drei Erzählstränge verknüpft die Autorin. Ihr Fazit: „Das Buch hat einfach alles - Historie, Spannung und eine tragische Familiengeschichte. Empfehlenswert, auch für Nichtkrimileser."  

Christine Stotz empfiehlt den Roman „Mittagsstunde" von Dörte Hansen. Der Roman ist ein liebevolles, aber nicht verklärendes Porträt eines Dorfes in Nordfriesland: Über den Einbruch der Moderne, über alternde Eltern, skurrile Charaktere und die Landschaften der Kindheit. Der 47jährige Ingwer Feddersen kehrt in sein Heimatdorf zurück, um sich um seine Großeltern zu kümmern. Großmutter Ella ist dabei ihren Verstand zu verlieren. Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug die Stellung. Der Krug hat seine besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Mit der Flurbereinigung in den 1970ern hat dieser Niedergang in Brinkebüll begonnen. Dörte Hansen erzählt vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und Neubeginn. Ihr Fazit: „Dieses Stück Zeitgeschichte, teils heiter, teils nachdenklich mit vielen plattdeutschen Aussprüchen und den Schlagern der 70er Jahre versehen, verleitet dazu das Buch nicht aus der Hand zu legen und in die Welt des Ingwer Feddersen einzutauchen."  

Ute-Doris Pichler empfiehlt den Roman „Die Manufaktur der Düfte" von Sabine Weigand. In diesem historischen Roman wird die Geschichte der Seifenfabrikantendynastie Ribot erzählt. Sie beginnt 1845, als der Seifensiedergeselle Philipp Benjamin Ribot in Schwabach ankommt und in der Seifensiederei Strunz eine Anstellung findet. Er heiratet die Tochter des alten Strunz und übernimmt den Betrieb. Im Mittelpunkt des Romans steht jedoch sein Sohn Fritz Ribot, ein Seifensieder aus Leidenschaft, unter dessen Führung das Unternehmen zu einer der erfolgreichsten Seifenmanufakturen Deutschlands aufsteigt. Ihr Fazit: „Neben der spannenden Familiengeschichte fand ich besonders die Schilderung der historischen Ereignisse jener Zeit interessant. Sehr empfehlenswert für Leser, die an deutscher Geschichte interessiert sind."  

Waltraud Hübel empfiehlt den Roman „Die Suche" von Charlotte Link. In den Mooren von North Yorkshire wird die Leiche eines vor einem Jahr verschwundenen Mädchens gefunden. Kurz darauf wird wieder ein Mädchen vermisst. Die Polizei befürchtet einen Serienmörder, die Medien sprechen vom Hochmoor-Killer. Detective Chief Inspector Caleb Hale ermittelt. Dann ist wieder ein Mädchen nicht mehr auffindbar. Hale gerät unter Druck. Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist in Scarborough, um ihr Elternhaus zu verkaufen. Unfreiwillig wird sie zur Ermittlerin in einem Fall, der mehr Abgründe bereithält, als man ahnt. Ihr Fazit: „Es lohnt sich, die über 650 Seiten anzugehen. Mit „Die Suche“ hat Charlotte Link mal wieder einen gut konstruierten und kurzweiligen Kriminalroman geschaffen, der lockerflockig zu lesen ist. Bis zum Schluss rätselt man, wer denn nun dahinter steckt, und selbst als man es weiß, ist die Spannung noch nicht zu Ende."  

Christine Humann empfiehlt den Roman „QualityLand" von Marc-Uwe Kling. Die Zukunft ist QualityLand – und in diesem Land lautet die Antwort auf alle Fragen: Ok. Die Digitalisierung in QualityLand ist soweit fortgeschritten, dass das komplette Leben durch Algorithmen optimiert und perfekt abgestimmt ist. Doch was passiert, wenn der von QualityPartner vorgeschlagene Lebensgefährte nicht passt und vom TheShop Produkte zugeschickt werden, die gefallen müssten, es aber nicht tun? Peter Arbeitsloser erkennt die Missstände und möchte dagegen angehen, aber: Das System irrt sich nie! Ihr Fazit: „Marc-Uwe Kling hat eine groteske, witzige Zukunftssatire geschrieben, die den Leser in eine vielleicht doch nicht so schöne neue Welt entführt."  

Petra Visosky empfiehlt den Roman „Wenn‘s einfach wär, würd‘s jeder machen“ von Petra Hülsmann. Damit hatte die beliebte Musiklehrerin Annika nicht gerechnet. Ohne Vorankündigung wird sie von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk versetzt. Dort sind die meisten Schüler weder am Unterricht, noch an Hausaufgaben interessiert. Hilfesuchend wendet sie sich an Tristan, ihre erste große Liebe. Von nun an gerät sie in ein Gefühlschaos. Ihr Fazit: „Für mich liest sich das Buch besonders an tristen Winterabenden sehr gut. Es ist eine erfrischende, humorvolle Liebesgeschichte, amüsant geschrieben und perfekt, um abzuschalten.“  

Marisa Korn empfiehlt den Jugendroman „The Hate U Give" von Angie Thomas. Die 16-jährige Starr führt ein Doppelleben. Einerseits wohnt sie zusammen mit ihren Eltern und ihren Brüdern in Garden Heights, einem sozialen Problemviertel in einer amerikanischen Großstadt. Andererseits besuchen sie und ihre Geschwister eine Privatschule, an der sie zu den wenigen schwarzen Schülern gehören. Als Starr eines Abends Augenzeugin wird, wie ihr alter Schulfreund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rücken sie und ihre Gemeinde in den Fokus der Medien. Nachdem amerikanische Menschenrechtsbewegungen wie „Black Lives Matter“ und „Take A Knee“ auch in Deutschland immer mehr Zuspruch gewinnen konnten, schafft es Angie Thomas mit The Hate U Give, die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in den USA für Jugendliche nachvollziehbar zu machen. Ihr Fazit: „Besonders die Aktualität des Themas, über welches Angie Thomas schreibt, hat mir sehr gefallen. Mit The Hate U Give gelingt es ihr, Jugendliche für ein politisches Thema zu sensibilisieren, welches in den deutschen Medien kaum dargestellt wird."  

Heide Heil-Mohr empfiehlt das Sachbuch „Schwarmdumm - so blöd sind wir nur gemeinsam" von Gunter Dueck. Der Begriff „Schwarmintelligenz“ – bisher positiv besetzt – treibt uns, laut Gunter Dueck, geradewegs ins Verderben. Einzeln sind wir intelligent – aber nicht im Schwarm – so erklärt der Autor diesen Begriff. Er beschreibt im Buch die Leiden aus vielen Meetings seines früheren Arbeitslebens in Unternehmen und Institutionen. Ein Einblick in starre Arbeitswelten und wie wir allein durch die hohe alltägliche Arbeitsdichte unter Druck geraten. Ihr Fazit: „Buchtitel ziehen uns magisch an oder verschrecken uns auch. Der Titel „Schwarmdumm" sollte uns aber nicht abschrecken, sondern hilft uns bei der Suche nach dem genial Einfachen und wie es auch in der Gruppe bestehen kann."