"Das Warten hat sich gelohnt" - Sanierte Brücke über K202 offiziell freigegeben

Bürgermeister Ingo Kalweit, Regionaler Bevollmächtigter von Hessen Mobil Andreas Moritz, Landrat Thomas Will und Projektingenieur Lukas Mischler (v.-l.) zerschneiden beim Termin zur Verkehrsfreigabe das symbolische Band auf der neu sanierten Brücke am Bischofsheimer Bahnhof

Nach rund zehnmonatiger Bauzeit konnte am heutigen Freitag der Landrat für den Kreis Groß-Gerau, Thomas Will, gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Bischofsheim, Ingo Kalweit, und dem Regionalen Bevollmächtigten von Hessen Mobil, Andreas Moritz, die neu sanierte Brücke in unmittelbarer Nähe des Bischofsheimer Bahnhofs im Rahmen einer symbolischen Verkehrsfreigabe eröffnen.

"Die Brücke im Zuge der K 202 über die Bahngleise ist frisch saniert. Diese wichtige Verbindung in Bischofsheim steht nun wieder allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zur Verfügung. Ich danke allen, die dafür gesorgt haben, dass dieser Weg sicher und gut befahrbar ist. Und ich danke den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Geduld während der monatelangen Bauphase. Das Warten hat sich wirklich gelohnt." freute sich Thomas Will beim Pressetermin.

Und Ingo Kalweit fügte hinzu: "Bauarbeiten, gerade auf einer so wichtigen innerörtlichen Strecke, sind immer für alle Beteiligten, insbesondere für die Verkehrsteilnehmer, eine anstrengende Sache. Umso erfreulicher, wenn eine Maßnahme wie geplant durchgeführt und zu Ende gebracht wird. Jetzt hängt wieder zusammen, was zusammengehört."

Die am 30. Januar begonnene Maßnahme an der Brücke, die in der Nähe des Bahnhofes die Kreisstraße K 202 über sechs Gleise der Deutschen Bahn führt, musste unter Vollsperrung durchgeführt werden. Die Gründe hierfür lagen vor allem in der geringen Fahrbahnbreite und an der Vielzahl, sowie hohen Komplexität der auszuführenden Arbeiten. Zudem war das Arbeiten im Gleisbereich nur in fix vereinbarten, zeitlich begrenzten Sperrpausen möglich.

"Arbeiten im Bereich von Bahnanlagen bergen immer zusätzliche Erschwernisse. Schön also, dass diese Maßnahme trotz der anfänglichen Abstimmungsprobleme mit der Bahn so gut verlief und wir die Brücke bis auf einige Restarbeiten pünktlich am 5. November für den Verkehr freigeben konnten." ergänzte Andreas Moritz. Im Januar musste der Bauablauf aufgrund geänderter Sperrpausen kurzfristig überarbeitet und die Vollsperrung rund zwei Wochen früher als ursprünglich geplant eingerichtet werden.

Die nun fertig gestellten Arbeiten dienen der Dauerhaftigkeit des Bauwerkes, das bei Prüfungen zahlreiche Mängel aufgewiesen hatte: Schadstellen an Beton-Bauteilen durch Tausalze, eine zu geringe Betonüberdeckung an den Kappenoberflächen, Widerlager und Pfeiler, sowie eine nicht mehr funktionierende Brückenentwässerung und eindringendes Wasser in Fugen und Bauteile hatten der 1978 erbauten und rund 48 Meter langen, zweifeldrigen Spannbetonbrücke über die Jahre zugesetzt. Zudem zeigten sich das bestehende Alugeländer und die horizontalen Berührungsschutzplatten aus Beton nicht mehr auf dem derzeitigen Stand der Technik.

Im Rahmen der durchgeführten Sanierung wurden Übergangskonstruktionen, Kammerwände, Entwässerung, Kappen, Ausstattung, Abdichtung, sowie der Fahrbahnaufbau des Brückenbauwerkes neu hergestellt, sowie die Ausstattung gemäß dem derzeitigen Stand der Technik erneuert. Das bestehende, 1 Meter hohe Alugeländer am dort verlaufenden Radweg wurde gegen ein Stahlgeländer ausgetauscht und mit der geforderten Mindesthöhe von 1,30 Meter eingebaut. Zudem ersetzen nun vertikale Schutzwände aus Acrylglas die vorherigen horizontalen Berührungsschutzplatten aus Beton.   Die Anschlussbereiche der Brücke wurde ebenfalls umgestaltet und zwei Stützwände, die direkt an das Brückenbauwerk anschließen, instandgesetzt.

Während der Bauausführung wurde zudem entschieden, die Baumaßnahme kurzfristig zu erweitern und die Fahrbahn weiter bis einschließlich der Bushaltestellenbereiche instand zu setzen, da sich in der dort verlaufenden Fahrbahn Verdrückungen gezeigt hatten.

Für Bischofsheim ist zudem bereits das nächste Projekt in Planung: Ein Ersatzneubau der Brücke über die angrenzende Bundesstraße B 43. Die technischen Planungen für den Neubau sind bereits abgeschlossen, derzeit laufen allerdings noch intensive Abstimmungen mit den Stadtwerken Mainz, da eine im Baufeld liegende Hauptwasserleitung für die Arbeiten erneuert und umverlegt werden muss. Die Stadtwerke Mainz werden die Arbeiten voraussichtlich im Laufe des Jahres 2018 aufnehmen. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird Hessen Mobil mit dem Neubau der Brücke, voraussichtlich in 2019/2020 beginnen.

Die Baukosten der nun abgeschlossenen Baumaßnahme betragen rund 1,4 Millionen Euro und werden vom Kreis Groß-Gerau getragen.