Blitzumfrage bei Unternehmen: Kreis will wissen, wie sich Corona wirtschaftlich auswirkt

KREIS GROSS-GERAU – Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen unverschuldet in eine prekäre Lage gebracht. Die Krise hat die Wirtschaft in nahezu allen Bereichen erfasst. Um einen Einblick in die derzeitige Situation zu erhalten und Ansätze für einen Weg aus der Krise zu erkennen, machte der Fachdienst Wirtschaft der Kreisverwaltung in der zweiten Augusthälfte eine Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie bei den Unternehmen im Kreis Groß-Gerau. An der Befragung nahmen 310 Unternehmen teil, davon viele Soloselbständige und Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten. Der Dienstleistungsbereich war am stärksten vertreten.  

48 Prozent der bei der Umfrage antwortenden Betriebe haben Hilfen in Anspruch genommen, hier vor allem Kurzarbeitergeld und Corona-Soforthilfe. 27 Prozent beantragten für ihre Beschäftigten ganz oder teilweise Kurzarbeit, in sieben Prozent der Betriebe gab es Entlassungen, in acht Prozent Mehrarbeit und in 28 Prozent keine Veränderung. 20 Prozent der Unternehmen schickten ihre Mitarbeitenden in Homeoffice. 

„Der Kreis hat durch die Umfrage eine gute Informationsbasis und einen Überblick über die Lage erhalten“, resümiert Landrat Thomas Will die Arbeit des Fachdiensts Wirtschaft. Klar ist aber auch: Nicht jedes Detail wird abgebildet. Denn die Corona-Krise trifft unterschiedliche Wirtschaftszweige unterschiedlich hart. 

Ging es vor Corona 80 Prozent der Unternehmen sehr gut oder gut, sind dies jetzt  nur noch 34 Prozent. Bereits vor der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden sich drei Prozent der Betriebe. Aktuell sagen dies 36 Prozent von sich, wobei eine Insolvenz bei einem Prozent laut Angaben unvermeidbar ist. 

Für 42 Prozent der Unternehmen führte die Krise zu Auftrags- und Kundenrückgang. 16 Prozent beklagten Engpässe bei Logistik und Zulieferern, 13 Liquiditätsengpässe. Lediglich sechs Prozent der Betriebe konnten einen Auftragsanstieg verzeichnen. Bei den Umsätzen für das gesamte Jahr rechnet ein Viertel der Unternehmen mit einem Rückgang über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, ein weiteres Fünftel prognostiziert einen Rückgang zwischen 25 und 50 Prozent. Eine Umsatzsteigerung erwarten acht Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe. 

„Die durch Corona in den vergangenen Monaten entstandenen Veränderungen bringen Herausforderungen für Unternehmen mit sich, die auch der Verwaltung nicht unbekannt sind“, sagt Landrat Will. Die Unternehmen sehen vor allem die verstärkte Nutzung digitaler Tools (37%) und von Homeoffice (20%) als längerfristige Veränderungsprozesse, die durch Corona hervorgerufen und beschleunigt wurden. Viele setzen auch auf die Erweiterung ihrer Produktpalette und Innovationen/Kreativität (42%), um der Krise entgegenzuwirken.  

Die Wirtschaftsförderung des Kreises möchte auch daher bewährte Veranstaltungsformate, wie zum Beispiel die Digitalisierungsreihe, fortsetzen. „Der Kreis mit seiner Fachabteilung kann die Unternehmen auf diese Art unterstützen“, so der Landrat. Eine direkte wirtschaftliche Hilfe ist ihm nicht möglich, aber „der Kreis wird weiterhin informieren, beraten und nützliche Kontakte für den Erfahrungsaustausch vermitteln“.  

Alle Ergebnisse der Blitzumfrage unter:

www.kreisgg.de/fileadmin/Wirtschaftsfoerderung/Wirtschaftsfoerderung/Ergebnisse_Blitzumfrage_zur_Corona-Krise_Homepage.pdf